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Pflegeheime drohen zu Hotspots der Corona-Krise zu werden

Das Coronavirus bedroht Pflegeheime ganz besonders. Doch eine komplette Isolation schafft neue Probleme. Es ist eine Gratwanderung – auch für die Politik. 

Rund 14.500 Pflegeheime gibt es in Deutschland, der Schutz von Bewohnern und Pflegekräften vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus ist entscheidend, um möglichst viele Menschenleben zu retten. „Hier leben Menschen, die besonders anfällig für Infektionen sind, die müssen wir besonders schützen“, hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den jüngsten Bund-Länder-Beratungen betont. 

Allein in einem Pflegeheim in Wolfsburg sind bisher 22 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Anlass ist eine Strafanzeige, in der Pflegemissstände in dem Heim angeprangert wurden.

Die handelnden Politiker haben die dramatischen Bilder der Toten aus Heimen in Spanien und Italien vor Augen, doch es ist eine schmale Gratwanderung. Niedersachsen hat nach dem Fall Wolfsburg einen Aufnahmestopp erlassen. Eine heikle Entscheidung, denn einerseits wollen Krankenhäuser ältere Patienten mit stabiler Gesundheit entlassen, um mehr Kapazitäten für Corona-Patienten zu haben. Und andererseits gibt es natürlich auch immer wieder neue Pflegefälle, die professionelle Betreuung in einem Heim benötigen.


So wollen Berliner Pflegeheime Coronavirus-Infektionen verhindern

Viele Pflegeheime haben Besuche untersagt und in manchen werden Schutzmasken knapp. Wie Berliner Einrichtungen mit den Gefahren durch das Coronavirus umgehen.

Der Tod von inzwischen zwölf Bewohnern eines Pflegeheimes in Würzburg hat viele Menschen geschockt. Ebenso die Nachricht, dass in einem Pflegeheim in Wolfsburg weitere zwölf Menschen gestorben sind. Sie fielen dem Coronavirus zum Opfer, das irgendwie seinen Weg zu den besonders gefährdeten Pflegebedürftigen gefunden hat.

Es könnten Besucher gewesen sein, die das Virus mitgebracht haben oder Mitarbeiter. Geklärt ist der Übertragungsweg in beiden Fällen bisher nicht.

Der Tagesspiegel hat in Berliner Pflegeheimen nachgefragt, wie sie mit der Gefahr umgehen, dass Besucher das Virus ins Haus tragen, welche Hygienemaßnahmen sie zum Schutz der Bewohner ergriffen haben, wie es mit den Vorräten an Schutzmaterial wie Masken und Desinfektionsmittel aussieht und welche Regeln gelten, wenn das Personal Kontakt mit Infizierten Menschen hatte. Die Betreiber von 73 Pflegeheimen in der Stadt haben auf die Umfrage geantwortet.

In den allermeisten Fällen sind normale Besuche untersagt, aber in Notfällen oder zur Begleitung Sterbender sehr beschränkt gestattet.

So hat die Pflegeheimgruppe Korian, die in Berlin neun Pflegeheime betreibt und die mit insgesamt 236 Häuser der größte private Pflegeheimbetreiber in Deutschland ist, „zum Schutz unserer Bewohner, Angehörigen und Mitarbeitern unserer Einrichtungen für sämtliche Besucher und Dienstleister geschlossen“.

Ausnahmen seien Besuche im Falle von Palliativbegleitungen möglich. „Besucher müssen sich in so einer Situation registrieren und an verschärfte Hygieneregelungen halten“, sagte eine Sprecherin des Konzerns.